Jeden Tag besser werden

Die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN gewinnen in unseren Unternehmen mehr und mehr an Bedeutung. An dieser Stelle wollen wir Ihnen die Gelegenheit geben, uns auf unserem Weg in die Zukunft zu begleiten.

Schritt für Schritt

Diesen Blog haben wir erst mit unserer neuen Internetseite in Leben gerufen. Da die Ziele für uns jedoch schon seit Gründung der ELW wichtig sind, haben wir beispielhaft etliche wichtige Schritte, die vor April 2021 lagen, nachgetragen.

Bei den ELW stehen der Naturschutz und das nachhaltige Handeln ganz oben in der Agenda. So hat die Grünkolonne der ELW einen Schritt für Biodiversität und den damit verbundenen Artenschutz gemacht. Eine etwa 250 m² große Rasenfläche wurde umgegraben. Anschließend wurde zertifiziertes regionales Saatgut gestreut, um auf unserem Betriebshof eine Wildblumenwiese entstehen zu lassen. Diese soll als Nahrungskette dienen, welche bei Insekten und Kleinlebewesen anfängt und damit dann weitergeht, Nahrung für Vögel usw. zu bieten.

Außerdem wurden auf dem Betriebshof der ELW Nistkästen aufgebaut, um Schutz und eine wohle Umgebung für Vögel zu bieten. Zukünftig werden noch andere Projekte zur Biodiversität und Artenschutz umgesetzt, wie zum Beispiel das Errichten von sogenannten Insektenhotels.

Es kann losgehen: Wir haben die Zuwendungsbescheide für zwei Klimaschutzprojekte erhalten:

  • „Potenzialstudie zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen auf dem Deponieabschnitt I (DA I) der Deponie Dyckerhoffbruch“
  • „Potenzialstudie zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen auf dem Deponieabschnitt III (DA III) der Deponie Dyckerhoffbruch“

Seit Mitte März reinigen wir Abschnitte der Wiesbadener Innenstadt mit einer elektrischen Großkehrmaschine. 

Unsere erste elektrische Kehrmaschine nimmt ihren Betrieb auf.

Seit Anfang August fährt und reinigt sie Abschnitte der Wiesbadener Innenstadt. 

Die erste Phase kommt gut an: Bislang ist die Genehmigung unserer Deponieerweiterung nicht endgültig erteilt, so dass der eigentliche Bau noch nicht beginnen kann. Etwas anderes ist dafür schon längst im Gange: der Bau der ökologischen Ausgleichsflächen, die dafür benötigt werden. Die erste Phase davon, direkt östlich der geplanten Deponie IV, ist jetzt abgeschlossen und hat auch schon in Fachkreisen von sich reden gemacht.

Dieser erste Abschnitt umfasst eine Fläche von rund 1,8 Hektar. Hier wurden Biotope vor allem für die Kreuzkröte und die Zauneidechse, aber auch beispielsweise für den Steinschmätzer geschaffen, eine in Hessen stark bedrohte Vogelart, die auf unserer Deponie ein Refugium gefunden hat.

Bei der Planung der Fläche werden die tatsächlichen Bedürfnisse der Arten genau berücksichtigt. So benötigt die Kreuzkröte seichtes, flaches Wasser, das sich schnell erwärmt und wenig Raum für Fressfeinde bietet. Dementsprechend wurden in einer künstlichen artenreichen Magerwiesenlandschaft einige passende Tümpel angelegt, in denen jetzt auch schon zahlreiche Kaulquappen der Kreuzkröte herumschwimmen.

Das zeigt: Das Biotop wird von der Kröte angenommen. Auch die artenreiche Magerwiese wurde speziell angesät, um zusätzlichen Raum für Insekten und Falter zu bieten, die in der Kulturlandschaft selten geworden sind.

Bei diesem Projekt geht es außerdem um genehmigungsrechtliche Auflagen sowie um den Aufbau eines Ökopunktekontos. Das kann man sich vorstellen wie ein Bankkonto. Die betriebliche Inanspruchnahme von Flächen, etwa die Deponieerweiterung, „kostet“ Ökopunkte, während wir uns mit ökologisch positiven Maßnahmen wie der Schaffung und Bewahrung wertvoller Lebensräume andererseits ein Guthaben erwirtschaften, das wir selbst aufbrauchen oder den Überschuss verkaufen können. Die „Pluspunkte“ für eine Maßnahme werden jedoch erst dann aufs Konto gebucht, wenn sie nachweislich erfolgreich war. Dieser Erfolg ist hier eindeutig abzusehen.

Ein bereits vorhandener Schilfgürtel am Fuß einer kleinen Böschung, auch ein wichtiges Biotop, wurde deutlich verbreitert.

Für den Ausgleich eines anderen ELW-internen Projektes – die Erweiterung des Hauptklärwerkes – können wir nach jetziger Sicht bereits Punkte zur Verfügung stellen, ohne externe Maßnahmen anzukaufen.

In der Ausgleichsfläche befinden sich außerdem mehrere Haufen aus Totholz, Felsbrocken, Kieselsteinen und Sand. Hier siedeln Steinschmätzer und Zauneidechse – letztere benötigt gut besonnte Sandflächen für die Eiablage. Die Zauneidechsen hierher umzusiedeln ist allerdings Handarbeit: Sie werden in ihrem jetzigen Lebensraum, wo die Deponie IV entstehen soll, behutsam eingefangen, abgesammelt und ins neue Biotop direkt nebenan transportiert.

Damit die Ausgleichsflächen der Deponie IV langfristig gesichert bleiben, haben wir sie bei der Projektgruppe Stadtentwicklung als Ausgleichsfläche eingebracht. Damit werden sie auch in der weiteren Flächennutzungsplanung berücksichtigt.

Auch die Norderweiterung des Deponieabschnittes III hat eine ökologische Ausgleichsfläche, die jedoch so nahe liegt, dass die Tiere von selbst dorthin migrieren, wenn das neue Biotop attraktiv genug ist. „Vergrämungsmaßnahme“ nennt man das in der Fachsprache etwas negativ. Auch hier müssen wir nachweisen, dass die Umsiedelung abgeschlossen ist, bevor der Deponiebau beginnen kann. Daher ist wichtig, dass diese Maßnahmen jetzt schon laufen.

Pressetermin auf dem Wiesbadener Marktplatz. Thema: Der städtische Fuhrpark wird elektrisch. 

Die ELW präsentieren ihre zwölf E-Pkw – seit im April 2015 das erste Elektro-Auto, ein Renault Kangoo, angeschafft wurde, ist der E-Fuhrpark Zug um Zug gewachsen.

Mittlerweile gehören vier Renault Kangoo, sieben Nissan Leaf und ein Nissan e-NV 200 dazu. 

Saubere Gewässer sind ein Thema, das in Zukunft immer wichtiger wird. Seit Jahrzehnten kon-zentriert sich Abwasserreinigung darauf, ungelöste Schmutzstoffe mechanisch aus dem Abwasser zu entfernen und gelöste Stoffe biologisch durch Mikroorganismen abbauen zu lassen. Das wird auf lange Sicht nicht ausreichen. Denn obwohl das auf diese klassische Weise gereinigte Abwas-ser aus den Wiesbadener KIärwerken alle gesetzlichen Grenzwerte mehr als einhält, befinden sich darin noch Verunreinigungen, die die Umwelt und letztlich auch den Menschen gefährden können: Mikroplastik, antibiotikaresistente Bakterien, Medikamentenrückstände und andere Spurenstoffe.  

In Rahmen des heute beginnenden Forschungsprojekts wird in den kommenden Monaten im ELW-Hauptklärwerk ein Verfahren erprobt, das antibiotikaresistente Bakterien zurückhält. Die Firma Microdyn-Nadir hat ein membrangestütztes Pulveraktivkohleverfahren entwickelt, das dafür geeig-net ist. Nun soll auf der Wiesbadener Anlage getestet werden, ob dieses Verfahren im großtechni-schen Maßstab funktioniert und wirtschaftlich ist. Und ob es neben den multiresistenten Keimen auch deren wesentlich kleineres Genmaterial aus dem Abwasser entfernen kann, das in der Lage ist, Erbinformationen an andere Keime weiterzugeben. Dazu wurde Anfang Dezember ein Vertrag zwischen Microdyn-Nadir und den ELW geschlossen. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt vom Institut IWAR der TU Darmstadt und der Hochschule Darmstadt. 

Bisher werden beide Klärwerken von rund 250 Quecksilberdampflampen im Außenbereich beleuchtet. Durch die Umrüstung auf LED-Technik mit einem intelligenten Steuerungssystem ist es möglich, die Beleuchtung nach Bedarf ein- und auszuschalten – zum Bespiel nur die Abschnitte auszuleuchten, in denen ein Fahrzeug unterwegs ist. Auch die Grenze zu den Bahngleisen, die aus Sicherheitsgründen jetzt noch die ganze Nacht erleuchtet ist, kann dann auf Bewegungsmelder umgestellt werden.

Das senkt den Stromverbrauch auf rund ein Zehntel, etwa 91% eingespart. Das entspricht pro Jahr einem CO2-Ausstoß von 107 Tonnen. Über eine Lebensdauer von 20 Jahren gerechnet sind das über 2.100 Tonnen. Wir sparen also nicht nur Geld, sondern tun auch außerhalb der Abwasserreinigung etwas für die Umwelt.

Im Jahr 2018 investierte das Land Hessen und der Europäische Sozialfonds 3,6 Millionen Euro in die Grundbildung. Die Kampagne für das Jahr lautete „Mach Dich stolz! Trainiere Lesen und Schreiben.“. Ziel des Ganzen war es, möglichst vielen Menschen Hilfe anzubieten, damit diese Kurse besuchen können und das Lesen und Schreiben lernen oder trainieren. Hessenweit gibt es fünf Grundbildungszentren, die Hambüchen besucht hatte.

Das Wiesbadener Grundbildungszentrum hat in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule daran gearbeitet, die Kompetenzen im Lesen und Schreiben der ELW-Beschäftigten zu verbessern. Die Aktionstage wurden damals von Kultusmister Alexander Lorz und Olympiasieger im Turnen Fabian Hambüchen auf dem Betriebsgelände der ELW eröffnet.

Seit der Beteiligung an dieser Kampagne arbeiten die ELW als Arbeitgeber ständig weiter daran, Ihren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen passende Unterstützung in dem Anliegen zu geben. Die ELW haben drei Mentorinnen für Alphabetisierung und Grundbildung, welche Aufklärungsarbeit leisten und den betroffenen Unterstützung im Arbeitsalltag geben.

Seit 2018 haben die ELW etwa 30 Beschäftigten geholfen, ihre Lese- und Schreibschwächen zu trainieren. Die Beschäftigten wurden vorab beraten und zu Kursen und Seminaren an der Wiesbadener Volkshochschule angemeldet.

Der Kontakt zwischen der VHS und der ELW werde diskret hinter verschlossenen Türen des Personalbüros hergestellt. Über einen Flyer mit vielen Bildern, der im Unternehmen verteilt wird, versuche man, die Betroffenen zu erreichen, erklärt Maria Brennecke. 15 Mitarbeiter der ELW nehmen bereits auf Kosten ihrer Firma an Grundbildungskursen teil. 

Einen ganzheitlichen Blick auf das Mikroplastik-Problem in Flüssen und Seen wirft das neue Forschungsprojekt „PLASTRAT“ unter Federführung der Universität der Bundeswehr München, an dem sich die ELW beteiligen. Dabei geht es um Antworten auf die folgenden Fragen:

  • Wie erfolgt der Eintrag von Mikroplastik in die Gewässer?
  • Welche Bedeutung haben dabei die Kläranlagen?
  • Welchen Einfluss können Mikroplastikpartikel auf Mensch und Umwelt haben?
  • Welchen Einfluss haben Hersteller und Verbraucher?
  • Wie kann freigesetztes Mikroplastik wieder sicher, effektiv und effizient entfernt werden?

Antworten auf diese Fragen sind wichtig, da Mikroplastik bereits in Trinkwasser und Lebensmitteln nachgewiesen wurde. Bei dem Forschungsprojekt „PLASTRAT“ geht darum, ganzheitliche Lösungsstrategien zur Verminderung von Einträgen von urbanem Plastik in Binnengewässern zu entwickeln. Sie untersuchen Eintragspfade, Eliminationsstrategien sowie Auswirkungen von Plastik auf Mensch und Umwelt. 

Das dreijährige Vorhaben läuft seit September 2017 und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit rund drei Millionen Euro gefördert. Am Projekt PLASTRAT sind zehn verschiedene Partner aus Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen beteiligt. Zusätzlich unterstützt wird es von Betreibern von Abwasserbehandlungsanlagen, Herstellern und Vertreibern von Kunststoffen sowie Fachverbänden.

Die ELW haben die TU Darmstadt beauftragt, ein Gutachten über die „Zukunft der Abwasserreinigung auf den Klärwerken der Entsorgungsbetriebe der Landeshauptstadt Wiesbaden“ zu erstellen. Das Gutachten für das Hauptklärwerk wurde im Juli 2013, das für das Klärwerk Biebrich im Juli 2014 vorgelegt. Beide Gutachten weisen darauf hin, dass in den Klärwerken eine sogenannte vierte Reinigungsstufe zur Elimination von Spurenstoffen wie Medikamentenresten, Röntgenkontrastmitteln und dergleichen notwendig werden wird. Für das Hauptklärwerk wurden drei mögliche Verfahren aufgezeigt und den ELW empfohlen, schon jetzt Flächen für den Bau zu sichern. Unabhängig davon, welche der drei Varianten gewählt wird, besteht ein zusätzlicher Flächenbedarf von 9.000 bis 10.000 m². Deshalb wurde mit dem Stadtverordnetenbeschluss vom 2.10.2014 im Sinne der Daseinsvorsorge eine entsprechende Flächensicherung über eine Änderung des Flächennutzungsplans und ein parallel verlaufendes Bebauungsplanverfahren in die Wege geleitet. Beim Klärwerk Biebrich besteht derzeit kein Handlungsbedarf, da eine vierte Reinigungsstufe innerhalb des heutigen Geländes untergebracht werden kann.

Es zeichnet sich ab, dass unsere Klärwerke in absehbarer Zeit nachgerüstet werden müssen. Zurzeit gibt es noch keine gesetzlichen Grundlagen, die die ELW zu dem sofortigen Bau einer sogenannten vierten Reinigungsstufe verpflichten. Die ELW sehen darin den Vorteil, ohne Zeitdruck eine Lösung für die Eliminierung von Mikroverunreinigungen erarbeiten zu können, die das gerade in der Forschung heiß diskutierte Thema „multiresistente Keime im Abwasser“ mitberücksichtigen kann. Denn in der Wissenschaft werden bereits Kombinationsverfahren diskutiert. Dass die Klärwerke in der Landeshauptstadt Wiesbaden sich auf weitergehende Reinigungsanforderungen vorbereiten müssen, steht dabei außer Frage.