Reduzierung von Treibhausgasemissionen auf der Deponie Dyckerhoffbruch

Die Reduzierung von Treibhausgasemissionen ist ein wichtiges Ziel, um unser Klima zu schützen. Deponien setzen Gase (Methan und Kohlendioxid) frei, die durch den mikrobiellen Abbau organischer Stoffe im Abfall entstehen. Ein wesentlicher Teil davon wird auf der Deponie Dyckerhoffbruch seit vielen Jahren mittels Gaserfassung abgesaugt und für die Erzeugung von Strom und Wärme genutzt. Eine Potentialstudie hat gezeigt, dass die Gaserfassung noch optimiert werden kann (weitere Infos zu der Studie finden Sie unten auf dieser Seite).
 

Neubau von zwölf Gasbrunnen auf den Deponieabschnitten I und III

Vorhabenbeschreibung
Optimierung der Gaserfassung auf der Deponie Dyckerhoffbruch durch den Neubau von insgesamt zwölf Vertikalgasbrunnen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen. Auf dem Deponieabschnitt I werden vier Gasbrunnen mit einer geplanten Tiefe zwischen 20 - 37 m gebohrt. Weitere acht Gasbrunnen werden auf dem Deponieabschnitt III mit einer maximalen Tiefe von 20 m niedergebracht.

Hintergrund
Bisher wird anfallendes Deponiegas aus dem Deponieabschnitt I über 49 Vertikalgasbrunnen und im Deponieabschnitt III über 21 horizontale Gasdrainagen und 18 vertikale Gasbrunnen abgesaugt. Im Rahmen einer Potentialstudie im Jahr 2022 zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen wurden Untersuchungen des Gashaushaltes sowie des Deponiegaspotenzials für den Deponieabschnitt DA I und DA III durchgeführt. Das Ergebnis zeigt, dass durch eine Optimierung der Gaserfassung (Verbesserung des Gaserfassungsgrades) und daraus resultierend eine verbesserte Besaugung des Deponiekörpers das Deponiegas besser gefasst und die Restorganik ideal umgesetzt werden kann.

Ziel
Im Deponieabschnitt I kann durch das Neubohren von vier Vertikalgasbrunnen, der Neuverlegung einzelner Gasabsaugleitungen als auch Optimierungsarbeiten der Gaserfassungsgrad deutlich verbessert werden. Es wurde ein Treibhausgas-Einsparpotenzial von ca. 100.000 t CO2-eq ermittelt. Das entspricht circa 80 % des gesamten Emissionspotentials.

Im Deponieabschnitt III kann durch das Neubohren von acht Vertikalgasbrunnen, der Neuverlegung einzelner Gasabsaugleitungen als auch Optimierungsarbeiten der Gaserfassungsgrad deutlich verbessert werden. Es wurde ein Treibhausgas-Einsparpotenzial von circa  500.000 t CO2-eq ermittelt. Das entspricht circa 80 % des gesamten Emissionspotentials.

Insgesamt kann durch die Maßnahme für beide Deponieabschnitte ein Treibhausgas-Einsparpotential von circa
610.000 t CO2-eq erreicht werden.


Ausführungszeitraum
Im Juni 2025 wurde bereits mit den vorbereitenden Arbeiten (u.a. Erstellung der Baustraßen und Standflächen) zur Brunnenbohrung begonnen. Ab Anfang Juli 2025 sind die ersten vier Brunnenbohrungen auf dem DA I geplant. Anschließend werden die acht Brunnenbohrungen auf dem DA III durchgeführt. Bis Ende 2025 soll die Maßnahme abgeschlossen sein.

Förderung
Die Optimierungsmaßnahmen am Gaserfassungssystem werden durch Zuwendung von 30 % der Baukosten aus dem Klima- und Transformationsfonds über den Projektträger „Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert.

Informationen zur durchgeführten Potenzialstudie

Um die voraussichtlich langanhaltenden Emissionen klimarelevanter Gase aus dem Deponieabschnitt I in die Atmosphäre zu reduzieren, werden mögliche Maßnahmen zur weiteren Verringerung der Emission von Treibhausgasen geprüft. Daher wird für diesen Deponieabschnitt eine Konzeptstudie als Potenzialanalyse für eine optimierte Deponiegasfassung und in-situ Stabilisierung ausgearbeitet.

Im Rahmen dieser Studie wird der aktuelle Zustand der jeweiligen technischen Einrichtungen im Deponiekörper, der aktuelle Zustand des Gasfassungssystems sowie des noch restlichen Gasdargebotes untersucht. Außerdem werden über die bestehende Anlagentechnik bzw. einer mobilen kompakten Absaugeinheit qualifizierte Gasabsaugversuche durchgeführt.

Am Ende werden Möglichkeiten zur Erhöhung der Effizienz der energetischen Nutzung oder der Einsatz von geeigneten Klimaschutztechnologien bewertet.

Die Ergebnisse werden in einem Abschlussbericht, der sogenannten Potenzialanalyse, dargestellt.

Hintergrund: Der Deponieabschnitt I (DA I) der Deponie Dyckerhoffbruch mit einer Basisfläche von 27,7 ha (ca.277.000 m²) wurde bis 1982 betrieben. Die Ablagerungsmenge beträgt ca. 15 bis 19,7 Mio Mg. Damals wurden auch Siedlungsabfälle abgelagert, die in erheblichem Umfang biologischabbaubare Abfälle enthielten. Das Deponiegasfassungssystem besteht aus 49 Gasbrunnen, diezwischen 1981 und 1983 erstellt wurden. In den letzten Jahren bewegten sich die abgesaugten Deponiegasmengen zwischen 400.000 und 500.000 m³ pro Jahr.

 

Um die voraussichtlich langanhaltenden Emissionen klimarelevanter Gase aus dem Deponieabschnitt III (DA III) in die Atmosphäre zu reduzieren, werden mögliche Maßnahmen zur weiteren Verringerung der Emission von Treibhausgase geprüft. Daher wird für diesen Deponieabschnitt eine Konzeptstudie als Potenzialanalyse für eine optimierte Deponiegasfassung und in-situ Stabilisierung ausgearbeitet.

Im Rahmen der Studie wird der aktuelle Zustand der jeweiligen technischen Einrichtungen im Deponiekörper, der aktuelle Zustand des Gasfassungssystems sowie des noch restlichen Gasdargebotes untersucht. Außerdem werden über die bestehende Anlagentechnik bzw. einer mobilen kompakten Absaugeinheit qualifizierte Gasabsaugversuche durchgeführt.

Am Ende werden Möglichkeiten zur Erhöhung der Effizienz der energetischen Nutzung oder der Einsatz von geeigneten Klimaschutztechnologien bewertet.

Die Ergebnisse werden in einem Abschlussbericht, der sogenannten Potenzialanalyse, dargestellt.

Hintergrund: Der Deponieabschnitt III (DA III) der Deponie Dyckerhoffbruch wird unterteilt in die drei Abschnitte III/1, III/2 und III/3. Die Deponieabschnitte III/1 und III/2 besitzen zusammen eine Basisfläche von rund 10,5 ha (ca. 105.000 m²), in diesem Bereich wurden zwischen 1992 und 2005 rund 4,08 Mio Mg Abfälle abgelagert, die auch organische bzw. unvorbehandelte Abfälle enthielten. Das Deponiegasfassungssystem des DA III besteht derzeit aus 18 vertikalen Gasbrunnen und 21 Horizontaldränagen. Die vertikalen Gasbrunnen wurden mit einem Sicherheitsabstand von 3 m zur Basisabdichtung hergestellt und reichen bis zur bestehenden Deponieoberfläche. Die horizontalen Gasdränagen befinden sich in drei Ebenen auf 110 müNN, 120 müNN und 130 müNN mit Längen zwischen 60 m und 310 m. In den letzten Jahren bewegten sich die abgesaugten Deponiegasmengen zwischen 2,9 Mio m³ und 5.4 Mio m³ pro Jahr, wobei sich seit 2014 ein stetiger Rückgang der Deponiegasmengen abzeichnet.

Nationale Klimaschutzinitiative

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.