Mehr als ein Ort für Abfälle

Früher wurden Deponien kritisch beäugt, heute sind sie Orte umweltbewussten Handelns und fördern den Erhalt der Artenvielfalt. Neben dem Einbau von biologisch und chemisch inaktiven Abfällen spielen die umweltfreundliche Gewinnung von Energie sowie die zukunftsorientierte Gestaltung von Ausgleichsflächen eine wichtige Rolle.

 

Gemeinsam mit den begrünten Deponieabschnitten steht hier ein Rückzugsraum bereit, der von über 50 Vogelarten angenommen wird, wie etwa dem Weißstorch, dem Graureiher, dem Schwarzmilan, dem Habicht, dem Mäusebussard, dem Pirol oder der Nachtigall.

 

 

Darunter sind auch 12 Arten der Roten Liste der in Hessen bedrohten Vögel, zum Beispiel das Schwarzkehlchen, der Steinschmätzer und der Eisvogel, für die geeignete Lebensräume zum Teil eigens aufgebaut wurden. Darunter sind auch 12 Arten der Roten Liste der in Hessen bedrohten Vögel, zum Beispiel das Schwarzkehlchen, der Steinschmätzer und der Eisvogel, für die geeignete Lebensräume zum Teil eigens aufgebaut wurden.

 

Schaffung weiterer Biotope

Östlich der geplanten Deponieerweiterung wurden auf einer Fläche von rund 1,8 Hektar ökologische Ausgleichflächen geschaffen.

 

Sie sind vor allem für die Kreuzkröte und die Zauneidechse, aber auch beispielsweise für den Steinschmätzer. Der Steinschmätzer ist eine in Hessen stark bedrohte Vogelart, die auf unserer Deponie ein Refugium gefunden hat.
Bei der Planung der Biotope wurden die tatsächlichen Bedürfnisse der Arten genau berücksichtigt. In den seichten, sonnenwarmen Tümpeln fühlt sich die Kreuzkröte wohl. Hier wimmelt es von Kaulquappen.

 

 

Lockere Steinhaufen mit Kieseln, Sand und Totholz bieten vielen Arten Lebensraum, zum Beispiel der Zauneidechse.
Auf dem größten Teil der Fläche wurde diese artenreiche Magerwiese künstlich angesät und kann sich nun natürlich entwickeln. Sie bietet Lebensraum für Falter und andere Insekten.

 

Biotopwertkonto

Wer einen Eingriff in die Natur vornimmt, muss dafür einen Ausgleich schaffen. So will es das Gesetz. Weil Lebensraum aber nicht gleich Lebensraum ist, gibt es dafür ein spezielles Bewertungssystem: die Biotopwertpunkte. 

Allgemein gilt: Wenn eine Fläche in Anspruch genommen wird (zum Beispiel ein Gewerbegebiet gebaut), dann geht diese Fläche als Lebensraum für Tiere und Pflanzen zunächst einmal verloren. Dieser Verlust muss ausgeglichen werden. Weil man aber nicht neben jedem neuen Gewerbegebiet direkt eine Ausgleichsfläche anlegen kann, gibt es ein System, nach dem einerseits belastende und andererseits wertschaffende Baumaßnahmen verrechnet werden können. Sozusagen eine Währung für Ökologie. Das sind die Biotopwertpunkte.

Wer wertvollen Lebensraum schafft, bekommt dafür Punkte. Wer andererseits eine Fläche versiegelt, „verbraucht“ Punkte. Die kann er entweder mit einer direkten Ausgleichsmaßnahme verdienen oder am Markt Biotopwertpunkte einkaufen, die jemand anders mit zuvor geschaffenen ökologischen Maßnahmen erarbeitet hat. Der „Kurs“ dafür ist in der sogenannten Kompensationsverordnung festgelegt.

Diese Punkte werden grundsätzlich pro Quadratmeter Ausgleichsfläche vergeben, richten sich aber auch danach, wie wertvoll der geschaffene Lebensraum ist. Denn eine artgerecht gestaltete zusammenhängende Fläche von mehreren Hektar stellt einen viel wertvolleren Lebensraum dar als etwa ein schmaler Gebüschstreifen entlang einer Straße, so dass es pro Quadratmeter noch einen Bonus auf die „Ökopunkte“ gibt. Allein deshalb hat unsere Deponie in diesem System ein hohes Potenzial!

Erstens: Wir können mit vertretbarem Aufwand große zusammenhängende Flächen als besonders wertvollen Lebensraum herrichten. Zweitens: Die Flächen dafür müssen wir nicht erst erwerben, sondern sie werden von selbst im Baufortschritt verfügbar, sobald etwa ein Deponieabschnitt verfüllt ist und rekultiviert wird – bei uns ist Belastung und Schaffung kein Entweder-oder, sondern ein Sowohl-als-auch. Die große zusammenhängende Deponie- und Steinbruchlandschaft, die uns anvertraut ist, bietet gute Möglichkeiten, im räumlichen Zusammenhang hochwertige natur- und artenschutzfachliche Flächen zu entwickeln und zu sichern.

Geführt wird das Konto bei der Unteren Naturschutzbehörde. Gebucht werden die Punkte für eine Maßnahme aber immer erst dann, wenn sie nicht nur abgeschlossen, sondern nachweislich erfolgreich ist, also als Lebensraum angenommen und besiedelt wird. 

Im Rahmen der Bürgerbeteiligung für die aktuelle Deponieerweiterung haben wir eine umfangreiche Sonderausgabe unserer Kundenzeitung ORANGE herausgegeben. Erfahren Sie darin mehr über

  • die Geschichte der Deponie Dyckerhoffbruch
  • Deponiebau – heute am Beispiel der Deponie III
  • Schritte auf dem Weg der Deponieerweiterung
  • Deponie als wertvoller Lebensraum
  • Emissionen und Kontrolle

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