Kanalreinigung - Sauber halten sichert Durchfluss

In den Kanälen lagert sich Schmutz ab. Sand aus Straßeneinläufen bleibt im Kanal liegen, Fäkal- und andere Schmutzstoffe kommen hinzu: es entsteht Kanalschlamm, der das abfließende Wasser bremst und den verfügbaren Querschnitt des Kanals verringert.


Um die einwandfreie Funktion der Kanäle zu gewährleisten, werden sie von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kanalbetriebs regelmäßig gereinigt und überprüft. Der Reinigungsbedarf fällt dabei sehr unterschiedlich aus: Kanäle mit hohem Gefälle lagern kaum Schmutz ab, da der starke Abwasserstrom auch gröbere Stoffe gut mit sich nehmen kann. Hier kann ein drei- bis vierjährige Reinigungszyklus genügen. Kanäle mit weniger Gefälle dagegen müssen mehrmals im Jahr gereinigt werden. Zugang zum Kanal bietet die Schachtdeckel, die in die Straßen eingelassen sind.

Info

Das in Wiesbaden verwendete Verfahren zur Kanalreinigung heißt Hochdruckspülreinigung (HDSR). Das Spezialfahrzeug dafür steht jeweils am unteren Ende der zu reinigenden Haltung.

Schritt 1:
Durch den Schacht wird an einem 180 m langen Hochdruckschlauch zunächst die Spüldüse in die Haltung eingeführt. Das mit Druck nach hinten austretende Spülwasser treibt die Düse im Kanal vorwärts.

Schritt 2:
Die Düse wird am Schlauch zurückgezogen und spült dabei die Kanalwand mit Hochdruckstrahlen (etwa 120 bar) ab. Spülwasser und Schlamm fließen zum Schacht und werden über einen zweiten Schlauch in das Fahrzeug gesaugt. Dort wird mit aufwändiger Filtertechnik das Spülwasser vom Schlamm getrennt, so dass es erneut zur Reinigung verwendet werden kann (Wasserrückgewinnung). Das reduziert den Bedarf an Frischwasser erheblich.

Am Ende des Arbeitstages wird der gesammelte Kanalschlamm am Hauptklärwerk in einen speziellen Container entsorgt. Das mehrfach benutzte Spülwasser wird anschließend direkt in den Zulauf des Klärwerks eingeleitet.