Inspektion

Schäden im Kanal können durch unterschiedliche Einwirkungen entstehen: Verkehrsbedingte Erschütterungen verursachen Risse, eingewachsene Wurzeln können die Kanalwand aufsprengen. Damit kein Abwasser ins Erdreich eintritt, müssen solche Schäden frühzeitig erkannt werden.

Die ELW als Betreiber des öffentlichen Kanalnetze sind gesetzlich dazu verpflichtet, das gesamte Netz innerhalb von 15 Jahren einmal komplett zu inspizieren und den Zustand qualifiziert zu bewerten. Grundlage dafür ist die Eigenkontrollverordnung  (EKVO). Ziel dieser Maßnahmen ist die dauerhafte Instandhaltung und Werterhaltung der Wiesbadener Kanalisation sowie der Schutz des Grundwassers vor an Schadstellen austretendem Schmutzwasser.

Die Ausgangsdaten werden nur bei großen Kanälen durch Begehung gewonnen. In den meisten Fällen kommt eine robotergestützte, fernoptische Kanalinspektion zum Einsatz, die sogenannte TV-Untersuchung.

Tag für Tag ist unser TV Untersuchungswagen im Stadtgebiet unterwegs. Schacht für Schacht wird geöffnet und die Untersuchungskamera in den Kanal hinabgelassen.

Der Operator im Wagen lenkt sie per Fernsteuerung durch die gesamte Haltung bis zum nächsten Schacht. Der schwenkbare Objektivkopf erlaubt die Sichtkontrolle der Haltung selbst sowie sämtliche Einläufe. Um auch in explosionsgefährdeter Atmosphäre gefahrlos arbeiten zu können, verfügen alle elektronischen Einrichtung des Kamerasystems über eine spezielle Stickstoffummantelung.

Die Bilder werden digital archiviert, festgestellte Schäden werden klassifiziert. Nach der Auswertung dieser Daten werden Sanierungsmaßnahmen und Kanalerneuerungen geplant.

Nicht nur die Bausubstanz des Kanals selbst nimmt Schaden, etwa in Form von Rissen oder Brüchen. Immer wieder geschieht es auch, dass Baumwurzeln in den Kanal wachsen. Damit es nicht zur Blockade kommt, muss hier schnell Abhilfe geschaffen werden.