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Presse

Energie aus Bioabfällen für Wiesbaden


Ein Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele der Landeshauptstadt

Die ELW (Entsorgungsbetriebe der Landeshauptstadt Wiesbaden) als städtischer Eigenbetrieb sehen sich in der Verantwortung, einen wesentlichen Beitrag für die Erreichung der Wiesbadener Klimaschutzziele zu leisten. Deshalb sollen ab 2023 die in der Landeshauptstadt gesammelten Bioabfälle vor Ort für die Erzeugung von regenerativer Energie genutzt werden. Der Magistrat der Landeshauptstadt Wiesbaden beschloss in seiner heutigen Sitzung, in Wiesbaden eine Bioabfallvergärungsanlage zu errichten. Die Betriebsleitung wurde beauftragt, ein Umsetzungskonzept zu erarbeiten. Die Anlage soll so konzipiert werden, dass sie aus dem gewonnen Biogas nicht nur Strom, sondern auch umweltfreundliches Green Gas erzeugen kann. Aus diesem Grund sollen die ELW-Betriebsleiter im Auftrag des Magistrats Gespräche mit der ESWE-Versorgungs-AG sowie anderen potenziellen Abnehmern zur Übernahme von Green Gas führen. Das Projekt soll im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit mit dem Landkreis Groß-Gerau durchgeführt werden. Kooperationspartner sind die MBA Wiesbaden GmbH und die AWS (Abfallwirtschafts-Service GmbH), eine 100 %-Tochter des Zweckverbandes Riedwerke Groß-Gerau. Der Beschluss des Magistrats vom 19. November muss durch die Stadtverordnetenversammlung – in deren Sitzung am 12. Dezember 2019 – noch bestätigt werden.

„Bio ist Energie“: Aus Bioabfällen wird durch Vergärung Energie gewonnen – in Form von Biogas, das sich in Strom oder Green Gas umwandeln lässt. Laut einem Gutachten können aus den rund 20.000 Tonnen Bioabfall, die pro Jahr in der Landeshauptstadt gesammelt werden, rund 2,2 Millionen Kubikmeter Biogas entstehen, die in zirka 4,25 Millionen Kilowattstunden Strom umgewandelt werden können. Das entspricht dem Bedarf von mehr als 1.500 Haushalten*. Aus den Bioabfällen der Wiesbadenerinnen und Wiesbadenern wird Strom für die eigene Stadt. Alternativ kann das Biogas auch in Green Gas mit einem Energiegehalt von 13.500 Megawattstunden pro Jahr umgewandelt werden. 

Aus dem Landkreis Groß-Gerau käme nochmals die gleiche Menge Bioabfall hinzu, so dass mit einer Vergärungsanlage innerhalb der Grenzen der Landeshauptstadt Strom für über 3.000 Haushalte* gewonnen werden kann oder 27.000 Megawattstunden Green Gas pro Jahr.

Der Bau und Betrieb einer Biovergärungsanlage hat für die Wiesbadenerinnen und Wiesbadener noch weitere Vorteile:
• Stabilität der Abfallgebühren aufgrund eines langfristig stabilen Verwertungspreis für Bioabfälle
• langfristige Entsorgungssicherheit für die in Wiesbaden anfallenden Bioabfälle
• Flexibilität bei dem zu erwartenden Anstieg der Bioabfallmengen in den kommenden Jahren in einer wachsenden Stadt 
 
Eine Biovergärungsanlage kann laut einer Machbarkeitsstudie am Standort Dyckerhoffbruch wirtschaftlich betrieben werden.

„Ich bin davon überzeugt, dass der Bau und Betrieb einer Bioabfallvergärungsanlage eine Win-Win-Situation für die Stadt und alle Bürgerinnen und Bürger ist“, sagt Hans-Martin Kessler, „sowie ein wichtiger Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele der Landeshauptstadt Wiesbaden.“

* bezogen auf einen durchschnittlichen Stromverbrauch eines Zweipersonenhaushaltes von 2.800 KWh pro Jahr