Erneuerbare Energien

Das Ziel der Landeshauptstadt Wiesbaden ist es, bis zum Jahr 2020 rund 20 Prozent ihres Energiebedarfs aus erneuerbaren Energien zu erzeugen. Die ELW tragen durch die im Folgenden vorgestellten Anlagen erheblich zur Erreichung dieser Klimaziele bei.

Fotovoltaikanlage - Freifläche

Im Dezember 2008 wurde auf der Deponie eine der größten Solaranlagen Hessens in Betrieb genommen. Die Fotovoltaikanlage ist eine Freiflächenanlage mit einer Gesamtleistung von circa 0,9 MWp und einer Modulfläche von circa 10.000 m². Sie befindet sich unterhalb der nördlichen Steilwand des ehemaligen Kalksteinbruches bzw. der A 66 auf einer Vorschüttung, die unter anderem den Fußpunkt der Steilwand sichert und nördlich an den Deponieabschnitt III grenzt. Die Module wurden auf eine Unterkonstruktion, bestehend aus Erdankern, Stützen, Pfetten und einem Tragsystem exakt nach Süden ausgerichtet, montiert. Die natürliche, optimale Neigung der Böschung konnte dabei genutzt werden. Die Neigung der Module beträgt circa 30° zur Horizontalen.

Zum Einsatz kommen Dünnschicht-Solarmodule, bestehend aus einer amorphen und einer mikrokristallinen Siliziumstruktur. Sie absorbieren nicht nur die sichtbaren, sondern auch die nicht sichtbaren Anteile des Sonnenspektrums. Dies führt zu einer besonders effektiven Nutzung der Sonnenenergie und ermöglicht höhere Energieerträge pro Watt sowohl bei hohen Temperaturen als auch bei diffusem Sonnenlicht.

Die Fotovoltaikanlage liefert pro Jahr knapp 900.000 Kilowattstunden Strom. Die Menge reicht aus, um zum Beispiel 321 Zwei-Personen-Haushalte* im Jahr mit Strom zu versorgen.

Fotovoltaikanlage - Dächer

Auf drei verschiedenen Hallen innerhalb des Deponiegeländes wurden 2010 und 2011 drei weitere Fotovoltaikanlagen in Betrieb genommen. Sie haben einer Gesamtleistung von 300 kWp auf einer Gesamtfläche von circa 2.200 m². Errichtet wurden sie durch die MSW - Mein Solar Wiesbaden GmbH, deren Gesellschafter zu je 50 Prozent die Landeshauptstadt Wiesbaden und die ESWE sind.

Die Fotovoltaikanlagen auf den Dächern der Hallen erzeugen pro Jahr circa 270.000 kWh Strom.

Deponiegasverwertung

Seit 1992 wird das Deponiegas in Blockheizkraftwerken (BHKW) verwertet. Im Jahr 2016 wurden so 7,37 Millionen Kubikmeter Deponiegas in 12,54 Millionen Kilowattstunden Strom umgewandelt; ausreichend für 4.478 Zwei-Personen-Haushalte*. Bis heute wurden circa 420 Mio kWh erzeugt! Mit der Abwärme der Blockheizkraftwerke versorgen wir neben dem Verwaltungsgebäude der Deponie den kompletten Betriebshof der ELW am Unteren Zwerchweg mit Verwaltungsgebäude, Werkstatt- und Fahrzeughallen.

Deponiegas entsteht durch anaerobe Abbauprozesse im Innern des Abfallkörpers. Es ist ein Stoffwechselprodukt einer Vielzahl von unterschiedlichen Bakterien, die sich in der stabilen Methanphase einer Deponie ansiedeln. Die Zusammensetzung des Deponierohgases besteht dabei aus circa 52,5 Vol.-% Methan, 36 Vol.-% Kohlendioxid, 11,1 Vol.-% Stickstoff und 0,4 Vol.-% Sauerstoff und 0,2 Vol.-% Spurenstoffe.

Auf der Deponie Dyckerhoffbruch wird das Deponiegas im Deponiekörper durch horizontale Gasdrainagen und vertikale Gasbrunnen gefasst, abgesaugt und anschließend über verschiedene Verdichterstationen in einem Sammelstrang den Blockheizkraftwerken zur Verwertung zugeführt. Der Sammelstrang hat unter anderem die Aufgabe, dass aus unterschiedlichen Deponieabschnitten zugeführte Gas zu vermischen. Über bestimmte Mess- und Regeltechniken werden die einzelnen Verdichter so gefahren, dass ein möglichst hoher Durchsatz bei optimaler Gasqualität mit einem kontinuierlichen Methangehalt von ca. 48 Vol.-% erzielt werden kann. Dies macht eine getrennte Behandlung von „Gutgas" und „Schlechtgas" unnötig. Die Gasnutzung in den Gasmotoren der Blockheizkraftwerke ist aufgrund des hohen Methangehaltes im Deponiegas die wirtschaftlichste Form der Behandlung. Bis 2003 wurde das Deponiegas über eine Hochtemperaturfackel bei 1200 °C verbrannt. Heute dient die Fackel allein für den Fall, dass die Verwertungsanlagen ausfallen.

Die Gesamtleistung der aktuell fünf betrieben BHKW beträgt circa
3 MWelektr. und 2,6 MWth.

Biomassekraftwerk

An dem Biomassekraftwerk im Eingangsbereich der Deponie, das in 2013 in Betrieb gegangen ist, sind die ELW durch die Bereitstellung des Geländes und der Infrastruktur beteiligt. Hier werden bis zu 90.000 Tonnen Altholz pro Jahr umweltfreundlich verbrannt und in 63 Millionen Kilowattstunden Strom und 150 Millionen Kilowattstunden Wärme umgewandelt. Durch eine Anbindung der Deponie-Blockheizkraftwerke an das Fernwärmenetz der ESWE ist es möglich, produzierte Überschusswärme, welche bisher ungenutzt an die Umwelt abgegeben wurde, direkt einzuspeisen Umgekehrt kann die Wärmeversorgung der Deponie und des ELW-Betriebshofes vom Biomassekraftwerk aus erfolgen, wenn die Deponiegasproduktion in circa 10 bis 20 Jahren zum Erliegen kommt.

Hier gelangen Sie zum Film über das Biomassekraftwerk.

* bezogen auf einen durchschnittlichen Stromverbrauch eines Zweipersonenhaushaltes von 2.800 KWh pro Jahr

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